Alle Artikel in der Kategorie “Discover.

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Sommerhitze ade.

Kamakura für Anfänger.
Da die Hitze in Tokio während des Sommers wirklich drückend ist, hatten eine Bekannte und ich beschlossen dieser für einen Tag zu entfliehen und nach Enoshima ans Meer zu fahren. Von Shimokitazawa aus kann man günstig mit der Odakyu Line fahren und ist nach guten 1 1/2 Stunden am Meer bzw. am Bahnhof Katase-Enoshima. Dort gibt es eine schöne Insel mit Leuchtturm und einen Badestrand. Allerdings war das Wetter heute einfach zu schlecht, um nur am Meer zu liegen. Darum sind wir direkt nach unserer Ankunft im Platzregen weiter nach Kamakura gefahren. Meine Bekannte lebt schon seit sechs Jahren in Japan, war aber vorher noch nie in Kamakura. Unglaublich! Ich war jetzt schon zum vierten oder fünften Mal dort.

Zum Glück klärte sich das Wetter wieder auf, sodass wir zunächst in Hase (den Daibutsu (den großen Buddha) – von Innen und Außen – besichtigen und dann doch noch einige Zeit am Strand (Yuigahama Beach) verbringen konnten. Danach haben wir noch den Tsurugaoka Hachimangu Schrein besichtigt, der der wichtigste Schrein in Kamakura ist. Zum Abschluss sind wir noch etwas durch die Gegend um den Bahnhof gebummelt und haben uns bei Kuchen und Pancakes vom anstrengenden Tag erholt! (^o-)

Da H. natürlich nicht frei hatte, gab es für ihn ein Mitbringsel: knusprige Butterkekse in Form einer Taube (Hato Sabure). Diese Kekse sind eine bekannte Spezialität aus Kamakura und in der Meiji-Zeit (1868–1912) erfunden worden.

Ein wirklicher Kurztrip nach Kamakura, aber es hat sich auch für ein paar Stunden gelohnt. Und ich war nicht zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal dort!!

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Kurzurlaub.

Ein Wochenende in Ise.
Am letzten Wochenende waren H., seine Eltern und ich im Wallfahrtsort Ise, südlich von Nagoya. Dort stehen u.a. der Ise-Schrein, das höchste shintoistische Heiligtum Japans, sowie die Meoto-Iwa – die beiden verheirateten Felsen – im Meer.

Da die Reise schon um 8.05 Uhr losgehen sollte, machen wir uns schon sehr früh auf den Weg zum Tokioter Hauptbahnhof. Nicht früh genug für Schwiegermama, die um circa 7.20 Uhr besorgt anrief, wo wir denn blieben. Das wir natürlich rechtzeitig am Bahnhof waren, versteht sich von selbst. (^o-) Der Rest des Wochenendes verlief auch harmonisch und locker.

Alle Details des Wochenendes aufzuzählen wäre langweilig. Darum hier nur mein persönliches Highlight. Die Meoto-Iwa in der Brandung zu sehen, hat mir am besten gefallen. Da ich das Meer liebe, kein Wunder.

Meoto-Iwa

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In der Sommerhitze.

Tokyo, 32°C im Schatten.
Sommer, Hitze, … Hama-rikyu Garten – heute waren Kyoko-san, ihre Tochter und ich im Hama-rikyu Garten unterwegs. Seit einiger Zeit lernen Kyoko-san und ich zusammen Deutsch bzw. Japanisch und verbinden unsere Treffen immer mit einem kleinen Ausflug in die Stadt. Da mich japanische Gärten faszinieren waren wir heute im besagten Hama-rikyu Garten, einem Garten aus der Edo-Zeit.

Dank der Nähe zur Tokio Bay und verschiedenen Flüssen weht durch den Garten immer eine leichte, frische Brise, die die anhaltende Sommerhitze erträglicher macht. – Im Sommer begrüßt man sich in Japan übrigens oft mit “atsui” (heiß), anstatt mit “konnichiwa” (Guten Tag). Hehe!

Blumen sucht man im heißen August im Garten fast vergeblich. Dafür stehen im Garten viele matsu (Pinien). Da wir in Matsubara wohnen ist mir die Form der Pinie bzw. ihre grafische Übertragung besonders ans Herz gewachsen.

Anschließend ging es mit dem “Waterbus” bis nach Asakusa! Auch hier wehte auf dem Schiff eine steife Brise! Wie angenehm und entspannend!!

Ein wirklich schöner Vormittag im Herzen der Stadt der Hektik und geordnetem Choas.
Vokabel des Tages: chika, Untergrund

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It’s a small world.

Ein Ausflug nach Tokyo Disney Sea.
Vor kurzem kam H. von der Arbeit nach Hause und erzählte, dass seine Krankenversicherung Karten für das Tokyo Disney Resort zum vergünstigten Preis anbieten würde. Ob ich nicht Lust hätte mit ihm einen Ausflug nach Chiba – dort befindet sich nämlich in Wirklichkeit das Gelände und nicht in Tokio – zu machen. Natürlich gerne!

Als Teenager waren meine Mutter, meine Patentante und ich im Disneyland Paris, doch da dieser Ausflug schon Jahrzehnte zurückliegt, sind wir gestern zu Tokyo DisneySea gefahren. Wir und circa 29.000 andere Besucher. Leider waren diese 29.000 anderen Besucher schon vor uns im Park, sodass man Wartenzeiten von bis zu 120 Minuten an den Attraktionen einrechnen musste. Allerdings gab uns ein Mitarbeiter den Tipp nach 20 Uhr würde es im Park etwas leeren und die Wartenzeiten somit kürzer. Und so war es dann auch …

Doch zunächst machten wir eine ganz entspannte „U-Bootfahrt“ (20.000 Leagues Under the Sea), fuhren mit der Fisch Achterbahn (Flouder’s Flying Fish Coaster) in der Arielle-Welt, stärkten uns mit mittelmässigen Sandwiches und tuckerten mit einer Straßenbahn durch den Park. Dann wurde es allerdings erheblich erwachsener: Aquatopia-Bötchen wirbelten uns durch, die Indianer Jones Achterbahn war auch nicht ohne, aber der absolute Horror war nicht der „Tower of Terror“, den wir nicht besucht haben, sondern eine Achterbahn mit dem Namen „Journey to the Center of the Earth“.

Eigentlich wollte ich um 20.30 Uhr nach Hause, aber H. meinte wir könnten uns doch noch einmal 50 Minuten anstellen. Aus den 50 Minuten wurden dann 120 Minuten bevor wir angeschnallt zum Zentrum der Erde losfuhren. Erst dachte ich noch, wie öde diese Bahn doch ist, aber dann stürzte unser Wagen (gewollt) in die Tiefe und sofort wieder in die Höhe. Der absolute Wahnsinn und ich war froh, dass dieser Sturz das Finale unserer Fahrt und unseres Tages war.

Besonders lecker fand ich übrigens das Disney Popcorn, welches es in unzähligen Geschmacksrichtungen von Curry bis Soda gab. Da hätte ich gerne jede Sorte probiert. Na, beim nächsten Mal!

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Ran an die Nudeln.

Ein Ausflug ins Cupnoodles Museum in Yokohama.
Das Nissin Cupnoodles Museum in Yokohama ist einer revolutionären Nudel bzw. Instant Ramen gewidmet und seinem Erfinder – und Firmengründer der Nissin Food Products – Momofuku Ando. Der ein oder andere mag sich nun fragen, was „Cupnoodles“ überhaupt sind. Am ehesten lassen sich Cupnoodles mit der deutschen 5-Minuten-Terrine vergleichen: Einem Plastiktöpfchen mit getrockneten Nudeln und allen möglichen weiteren getrockneten Zutaten, welche mit heißem Wasser überbrüht in kürzester Zeit verzehrfertig werden.

Im Cupnoodles Museum wird nun die revolutionäre Geschichte der ersten Instant Ramen erzählt, sowie die Möglichkeit geboten in der Cupnoodles Factory eine eigene Cupnoodles Komposition für 300 Yen zusammenzustellen. Zunächst wird die Verpackung per Hand individuell bemalt, dann können die Zutaten zusammengestellt werden. Anschließend wird das Plastiktöpfchen vakuumiert und in einer Plastiktragetasche für den Heimweg verstaut.

Für einen verregneten Samstag genau das Richtige.

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48 Stunden Okinawa.

Shisa, goya und sanshin – Okinawa für Anfänger.
Mitte Juni packte uns in der alltäglichen Tokioter Sommerhitze das Reisefieber. Endlich mal wieder ein Kurztrip! Den Alltag vergessen. Doch die (Frei-) Zeit war knapp und das Budget eher klein. Wohin also? Natürlich ans Meer. Die kühle Brise genießen und entspannt den Horizont anstarren. Doch die Recherche war ernüchternd. Auf der nahegelegenen Izu-Halbinsel mit schönem Strand gab es kein erschwingliches Futon mehr für uns …

Okinawa, die südlichste Präfektur Japans und als japanisches Hawaii bekannt, war genauso verlockend. Plötzlich tauchte ein (Seminar-) Hotel der Versicherung der japanischen Post auf dem Bildschirm auf und unser Schnäppchen-Jager-Instinkt war geweckt. Ein paar Wochen später saßen wir im Flieger nach Okinawa und freuten uns auf Wellen & Wind und die legendäre Okinawa-Küche. Im Vorfeld hatte man uns vor Mückenplagen und großer Hitze gewarnt. Uns zudem auf die Unabdingbarkeit eines Autos hingewiesen. Doch wir sahen der „Gefahr“ tollkühn mit Anti-Mückenspray und extra Taxi-Geld ins Auge.

Unser Hotel lag in einem – sagen wir – Industriegebiet, aber vom Fenster aus konnte man das Meer zumindest sehen. Mobiliar aus den späten 80er Jahren und wirklich nichts für einen Mini-Honeymoon, aber dennoch … wir waren auf Okinawa! Noch ein schnelles Abendessen und ein anschließender Gang durch den konbini (24-Stunden-Mini-Supermarkt) um die lokalen Softdrinks und die Lupe zu nehmen … Ende Tag 1.

Tag 2 führte uns zum Strand! Der Weg zum Tropical Beach war leider weit und nur mit dem Bus zu bewältigen, aber von den Mückenplagen fehlte zum Glück jede Spur und auch die Hitze war weitaus erträglicher als in Tokio! Das Meer war klar und salzig, das erste kakigori (geschreddertes Wassereis mit Sirup), die Sonne brannte (und die Haut leider abends auch). Doch einfach mal in den Horizont starren, sich im Wasser treiben lassen, wunderbar! Abends dann bittere, frittierte goya (jap. Bittermelone), eingelegtes Schweinefleisch, … und für mich – wie fast immer – umeshu (Likör aus der Ume-Pflaume)! Dazu okinawanische Live-Musik – natürlich mit Synchron-Klatschen! Haha!

Am letzten Tag hatten wir uns eine kleine Bustour zum Churaumi Aquarium gebucht. Besuch der Touristen-Abzocke „Pineapple Park“ inklusive, aber mit direktem Shuttle-Service zum Flughafen. Walhaie und Co.! Toll! Kurz: schön. Auf Okinawa!

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Auf Regen folgt Sonne. Und Sonne …

Schwitzen für Anfänger oder wie ich den japanischen Sommer überlebe.
Er kam plötzlich und unerwartet, der japanische Sommer. Die Sau. Von einem Tag auf den anderen war jedes Gramm Stoff zu viel auf der Haut ein Gramm zu viel. Ich verstand endlich, warum die japanischen Waschmaschinen im Normalmodus nur circa 30 Minuten waschen, denn wenn man sowieso jeden zweiten oder gar jeden Tag waschen muss, wäre der deutsche zweistündige Schleudergang pure Ressourcenverschwendung.

Absoluter Vorteil des jap. Sommers: Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Wäsche innerhalb weniger Stunden trocken. Das Bügeln der Wäsche erspart man sich bei den legeren Kleidungsstücken einfach, denn tägliches Bügeln bei circa 30°C ist nicht nur anstrengend, sondern auch pure Zeitverschwendung. Das liebevoll gebügelte T-Shirt klebt sowieso bald wieder am transpirierenden Körper oder baumelt unter dem japanischen Wäschehänger.

Da man auch in Japan nicht gerne schwitzt und seit dem großen Erdbeben von 2011 Stromsparen wichtiger geworden ist, gibt es allerlei alte und neue Gadgets, um den Sommer zu überstehen.

Die klassischen vier Hilfsmittel sind ohne Frage: Der Fächer, von beiden Geschlechtern gleichermaßen eingesetzt. Das schicke Taschentuch zum Schweiß abwischen, der Sonnenhut und -schirm. Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl von Produkten, die Deutschen sicherlich unbekannter sind. Kühlende Sprays, die auf die Wäsche gesprüht werden und stundenlange Kühlung versprechen. Kühldecken fürs Bett, Erfrischungstücher mit oder ohne Deodorant und schlanke Schals, die mit Eiswürfeln gefüllt werden können.

Unverzichtbar ist auch ein Ventilator, denn die ständige Nutzung der Klimaanlage treibt nicht nur die Stromkosten in die Höhe, sondern verursacht auch ein leichtes Kratzen im Hals. Da die Mittagssonne unsere Wohnung bis zu 34°C aufheizt, geht es ganz ohne kuuraa (Klimaanlage) allerdings doch nicht. Also kuuraa an und aus. Und an und aus.

Die Spitzenwerte werden wahrscheinlich erst im August erreicht. Dann hilft sicherlich nur noch – wenn möglich –  ans Meer zu flüchten, ganz viel Eis zu essen. Oder den zirpenden Zikarden zu lauschen und zur inneren Erfrischen hanabi (Feuerwerk) anzusehen! Aber ich bin einigermaßen gewappnet! Mit Eisschal, Sonnenschirm und Co.!

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Japan und seine vielen Gesichter.

Character- und Maskottchen-Design.
In Japan gibt es Maskottchen oder Character (Figuren) für wirklich jede Lebenslage. Chiba-kun, das Maskottchen der Präfektur Chiba begleitet mich als Anhänger an meinem Schlüsselbund, ein feuerspeiender Junge auf der Verpackung von カラムーチョ (karamucho) warnt mich vor der sagenhaften Schärfe der frittierten Kartoffel-Sticks – jede Präfektur, jede Firma, fast jedes Produkt hat sein eigenes Maskottchen bzw. seinen eigenen Character.

„Kanaldeckel ist Kanaldeckel“, könnte man meinen, aber in Japan gibt es immer wieder liebevoll gestaltete Exemplare, die die Löschwasserquelle für die örtliche Feuerwehr markieren. Also besser nicht das Auto darüber abstellen!

In unserem Dorf „Ost-Matsubara“ gibt es einen kleinen Herrensalon. Auf jenglisch (japanisch-englisch) einen so genannten BAR BER. Komischer Weise schreiben die japanischen Her­ren­fri­seure das englische barber (dt. Friseur, Barbier) konsequent auseinander, obwohl der Begriff eigentlich zusammengeschrieben wird. BAR BER せりざわ (Serizawa) wirbt mit einem putzigen Schild schräg über seiner Ladentür. Die leicht energisch wirkende Scherenparade verspricht „Amenity & Elegance“ (dt. Anmut und Eleganz).

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Since 2012.

Hallo. Hello. Moshi Moshi. Reloaded
Tokio: Trautes Heim, Glück allein. Home sweet Home. – Ein subjektiver Blick auf Japan und seine Einwohner aus der Perspektive einer jungen (uso*), frisch verheirateten, glücklichen, deutschen Zuwanderin. {*uso / Lüge, Flunkerei, Unwahrheit}