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Ein frohes neues Jahr 2017.

Oder akemashite omedetou!
Auf dem Foto oben sieht man das traditionelle, japanische Neujahressen osechi ryori. Viele verschiedene kleine Speisen in einer Holzbox oder Plastikbox. Jede Speise hat (oder hatte früher) eine spezielle Bedeutung. So stehen kuromame (schwarze Sojabohnen) z.B. für gute Gesundheit im neuen Jahr. Interessant, oder?

New Years card

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48 Stunden Kanazawa.

Endlich mal wieder eine Kurzreise.
H. und ich wollten schon lange mal wieder eine kleine Reise machen. Unsere letzte Reise (nach Deutschland) liegt schon sehr lange zurück und auch über Oshogatsu haben wir nichts großartiges unternommen. Im Februar bot sich uns nun die Gelegenheit nach Kanazawa zu fahren. Jippiee! Endlich wieder Shinkansen fahren und etwas neues sehen. Wenn man in Tokio lebt kann man zwar jeden Tag viel sehen/unternehmen, aber ich finde es immer wunderbar den Moloch mal zu verlassen und etwas anderes zu sehen. Also auf nach Kanazawa!

Ein nettes Hotel (Hotel Pazific) war schnell gebucht und die Shinkansen-Tickets waren erfreulicherweise dank waribiki (Ermässigung) auch noch erschwinglich. Das Hotel lag in der Nähe vom Fischmarkt und ich musste meinen Mann davon abhalten schon vor der Ankunft im Hotel Sushi zu essen. Wie typisch für ihn.

Das Gute an Kanazawa ist, dass man quasi alles zu Fuß erledigen kann. Ich laufe ja bekanntlich sehr gerne und so sind wir am ersten Tag auch gleich ordentlich gelaufen. Zunächst über den besagten Fischmarkt, dann zum Schlossgelände, zur Higashi Chaya (Teeviertel) und zum 21st Century Museum. Letzteres hat mir sehr, sehr gut gefallen und die Besichtung war auch fast überall umsonst. Abends gab es dann – natürlich – Sushi zum Abendbrot.

Am zweiten Tag sind wir dann noch zum und durch den Kenrokuen Garten gelaufen. Der Kenrokuen ist einer der drei schönsten Landschaftsgärten in Japan. Leider blühte bei unserem Besuch noch nicht allzu viel, aber die Anlage an sich war schon sehr beeindruckend! Zwei wirklich tolle Tage und ich kann jedem sehr empfehlen mal nach Kanazawa zu fahren.

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Zugfahren im Schnee.

Wie ein paar weiße Flocken Tokio lahmlegen.
Wieder einmal hat es diese Woche in Tokio ungewöhnlich stark geschneit. Zwar nicht so heftig wie vor zwei Jahren, aber immerhin heftig genug, um den Zugverkehr fast lahmzulegen. Dieses Mal ereignete sich der Schneefall auf einem Montag, sodass viele Pendler unterwegs waren. So auch ich.

Um überhaupt zum Gleis zu kommen, musste man schon Schlange stehen. Und das nicht nur in den großen Bahnhöfen wie Shibuya (100 Meter Schlange bis zur Ticketschranke), sondern auch in den kleineren Bahnhöfen. Anschließend waren die ankommenden Züge so voll, dass ich erst gar nicht in den Zug gekommen bin. Es hat vier oder fünf Züge gedauert, bis ich mich mit einer kleinen Gruppe von Menschen in den Zug quetschen konnte. Im Zug selbst war es dann die Hölle. Wenn die normale Rush Hour schon schlimm ist, so war diese Zugfahrt absolut nicht zu übertreffen. Umfallen unmöglich. Arme heben auch. Aber ich habe es überlebt.

Natürlich blieb der Schnee nicht lange liegen, aber dort wo er aufgetürmt wurde, schon. So auch in Tama Plaza, wo der Schnee sogar vorschriftsmäßig vor den Passanten abgesperrt wurde. Goldig.

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Der Sentakuhanga.

30, 60, 90 vs. 0.
Wenn man neu in einem fremden Land wohnt, kann manches, was zu Hause selbstverständlich war anfangs ziemlich ungewöhnlich oder ungewohnt sein. Mein Lieblingsthema 2012 war das Wäschewaschen und bis heute habe ich mich noch nicht 100%ig daran gewöhnt. Wieso? Andere Länder, andere Waschgewohnheiten.

In Deutschland benutzt man Frontlader, in Japan Toplader. Hier wäscht man überwiegend mit kaltem Wasser, im alten Westen mit warmen. 30, 60, 90 Grad gibt es nicht. Zudem wäscht man(n) hier tendenziell alles zusammen, da man – auf die Woche gesehen – häufiger wäscht. Dazu kommt die kurze Laufzeit der Waschmaschine im Standardprogramm (circa 35 Minuten).

Getrocknet wird die Wäsche auf dem Balkon oder vor dem Fenster. Wäschekeller oder Dachböden zum Wäschetrocknen gibt es natürlich auch nicht. Manche Japaner waschen ihre Wäsche mit bereits benutztem Badewasser, wodurch jede Waschmaschine einen extra Schlauch für die Badewanne hat. Das finde ich aber sehr unhygienisch. Auch wenn man dem Wasser natürlich Chemikalien zu führen kann, die das Wasser für den Waschvorgang geeignet machen.

Da die Balkone natürlich auch sehr klein sind, hat sich irgendein findiger Japaner “Wäschehänger” ausgedacht. An diesem “Sentakuhanga” sind die Wascheklämmern schon befestigt, sodass man platzsparend relativ viele Kleidungsstücke oder Handtücher anklammern kann. Und falls das Wetter doch nicht mehr mitspielt, kann man den Sentakuhanga einfach schnell in die Wohnung hängen. Praktisch, aber anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da man einfach nicht soviel auf einmal waschen bzw. hängen kann.

Aber wir haben uns angefreudet, die japanische Wäschepraxis und ich.

Washing Day

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Sommerhitze ade.

Kamakura für Anfänger.
Da die Hitze in Tokio während des Sommers wirklich drückend ist, hatten eine Bekannte und ich beschlossen dieser für einen Tag zu entfliehen und nach Enoshima ans Meer zu fahren. Von Shimokitazawa aus kann man günstig mit der Odakyu Line fahren und ist nach guten 1 1/2 Stunden am Meer bzw. am Bahnhof Katase-Enoshima. Dort gibt es eine schöne Insel mit Leuchtturm und einen Badestrand. Allerdings war das Wetter heute einfach zu schlecht, um nur am Meer zu liegen. Darum sind wir direkt nach unserer Ankunft im Platzregen weiter nach Kamakura gefahren. Meine Bekannte lebt schon seit sechs Jahren in Japan, war aber vorher noch nie in Kamakura. Unglaublich! Ich war jetzt schon zum vierten oder fünften Mal dort.

Zum Glück klärte sich das Wetter wieder auf, sodass wir zunächst in Hase (den Daibutsu (den großen Buddha) – von Innen und Außen – besichtigen und dann doch noch einige Zeit am Strand (Yuigahama Beach) verbringen konnten. Danach haben wir noch den Tsurugaoka Hachimangu Schrein besichtigt, der der wichtigste Schrein in Kamakura ist. Zum Abschluss sind wir noch etwas durch die Gegend um den Bahnhof gebummelt und haben uns bei Kuchen und Pancakes vom anstrengenden Tag erholt! (^o-)

Da H. natürlich nicht frei hatte, gab es für ihn ein Mitbringsel: knusprige Butterkekse in Form einer Taube (Hato Sabure). Diese Kekse sind eine bekannte Spezialität aus Kamakura und in der Meiji-Zeit (1868–1912) erfunden worden.

Ein wirklicher Kurztrip nach Kamakura, aber es hat sich auch für ein paar Stunden gelohnt. Und ich war nicht zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal dort!!

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Kurzurlaub.

Ein Wochenende in Ise.
Am letzten Wochenende waren H., seine Eltern und ich im Wallfahrtsort Ise, südlich von Nagoya. Dort stehen u.a. der Ise-Schrein, das höchste shintoistische Heiligtum Japans, sowie die Meoto-Iwa – die beiden verheirateten Felsen – im Meer.

Da die Reise schon um 8.05 Uhr losgehen sollte, machen wir uns schon sehr früh auf den Weg zum Tokioter Hauptbahnhof. Nicht früh genug für Schwiegermama, die um circa 7.20 Uhr besorgt anrief, wo wir denn blieben. Das wir natürlich rechtzeitig am Bahnhof waren, versteht sich von selbst. (^o-) Der Rest des Wochenendes verlief auch harmonisch und locker.

Alle Details des Wochenendes aufzuzählen wäre langweilig. Darum hier nur mein persönliches Highlight. Die Meoto-Iwa in der Brandung zu sehen, hat mir am besten gefallen. Da ich das Meer liebe, kein Wunder.

Meoto-Iwa

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In der Sommerhitze.

Tokyo, 32°C im Schatten.
Sommer, Hitze, … Hama-rikyu Garten – heute waren Kyoko-san, ihre Tochter und ich im Hama-rikyu Garten unterwegs. Seit einiger Zeit lernen Kyoko-san und ich zusammen Deutsch bzw. Japanisch und verbinden unsere Treffen immer mit einem kleinen Ausflug in die Stadt. Da mich japanische Gärten faszinieren waren wir heute im besagten Hama-rikyu Garten, einem Garten aus der Edo-Zeit.

Dank der Nähe zur Tokio Bay und verschiedenen Flüssen weht durch den Garten immer eine leichte, frische Brise, die die anhaltende Sommerhitze erträglicher macht. – Im Sommer begrüßt man sich in Japan übrigens oft mit “atsui” (heiß), anstatt mit “konnichiwa” (Guten Tag). Hehe!

Blumen sucht man im heißen August im Garten fast vergeblich. Dafür stehen im Garten viele matsu (Pinien). Da wir in Matsubara wohnen ist mir die Form der Pinie bzw. ihre grafische Übertragung besonders ans Herz gewachsen.

Anschließend ging es mit dem “Waterbus” bis nach Asakusa! Auch hier wehte auf dem Schiff eine steife Brise! Wie angenehm und entspannend!!

Ein wirklich schöner Vormittag im Herzen der Stadt der Hektik und geordnetem Choas.
Vokabel des Tages: chika, Untergrund

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It’s a small world.

Ein Ausflug nach Tokyo Disney Sea.
Vor kurzem kam H. von der Arbeit nach Hause und erzählte, dass seine Krankenversicherung Karten für das Tokyo Disney Resort zum vergünstigten Preis anbieten würde. Ob ich nicht Lust hätte mit ihm einen Ausflug nach Chiba – dort befindet sich nämlich in Wirklichkeit das Gelände und nicht in Tokio – zu machen. Natürlich gerne!

Als Teenager waren meine Mutter, meine Patentante und ich im Disneyland Paris, doch da dieser Ausflug schon Jahrzehnte zurückliegt, sind wir gestern zu Tokyo DisneySea gefahren. Wir und circa 29.000 andere Besucher. Leider waren diese 29.000 anderen Besucher schon vor uns im Park, sodass man Wartenzeiten von bis zu 120 Minuten an den Attraktionen einrechnen musste. Allerdings gab uns ein Mitarbeiter den Tipp nach 20 Uhr würde es im Park etwas leeren und die Wartenzeiten somit kürzer. Und so war es dann auch …

Doch zunächst machten wir eine ganz entspannte „U-Bootfahrt“ (20.000 Leagues Under the Sea), fuhren mit der Fisch Achterbahn (Flouder’s Flying Fish Coaster) in der Arielle-Welt, stärkten uns mit mittelmässigen Sandwiches und tuckerten mit einer Straßenbahn durch den Park. Dann wurde es allerdings erheblich erwachsener: Aquatopia-Bötchen wirbelten uns durch, die Indianer Jones Achterbahn war auch nicht ohne, aber der absolute Horror war nicht der „Tower of Terror“, den wir nicht besucht haben, sondern eine Achterbahn mit dem Namen „Journey to the Center of the Earth“.

Eigentlich wollte ich um 20.30 Uhr nach Hause, aber H. meinte wir könnten uns doch noch einmal 50 Minuten anstellen. Aus den 50 Minuten wurden dann 120 Minuten bevor wir angeschnallt zum Zentrum der Erde losfuhren. Erst dachte ich noch, wie öde diese Bahn doch ist, aber dann stürzte unser Wagen (gewollt) in die Tiefe und sofort wieder in die Höhe. Der absolute Wahnsinn und ich war froh, dass dieser Sturz das Finale unserer Fahrt und unseres Tages war.

Besonders lecker fand ich übrigens das Disney Popcorn, welches es in unzähligen Geschmacksrichtungen von Curry bis Soda gab. Da hätte ich gerne jede Sorte probiert. Na, beim nächsten Mal!

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Ran an die Nudeln.

Ein Ausflug ins Cupnoodles Museum in Yokohama.
Das Nissin Cupnoodles Museum in Yokohama ist einer revolutionären Nudel bzw. Instant Ramen gewidmet und seinem Erfinder – und Firmengründer der Nissin Food Products – Momofuku Ando. Der ein oder andere mag sich nun fragen, was „Cupnoodles“ überhaupt sind. Am ehesten lassen sich Cupnoodles mit der deutschen 5-Minuten-Terrine vergleichen: Einem Plastiktöpfchen mit getrockneten Nudeln und allen möglichen weiteren getrockneten Zutaten, welche mit heißem Wasser überbrüht in kürzester Zeit verzehrfertig werden.

Im Cupnoodles Museum wird nun die revolutionäre Geschichte der ersten Instant Ramen erzählt, sowie die Möglichkeit geboten in der Cupnoodles Factory eine eigene Cupnoodles Komposition für 300 Yen zusammenzustellen. Zunächst wird die Verpackung per Hand individuell bemalt, dann können die Zutaten zusammengestellt werden. Anschließend wird das Plastiktöpfchen vakuumiert und in einer Plastiktragetasche für den Heimweg verstaut.

Für einen verregneten Samstag genau das Richtige.

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48 Stunden Okinawa.

Shisa, goya und sanshin – Okinawa für Anfänger.
Mitte Juni packte uns in der alltäglichen Tokioter Sommerhitze das Reisefieber. Endlich mal wieder ein Kurztrip! Den Alltag vergessen. Doch die (Frei-) Zeit war knapp und das Budget eher klein. Wohin also? Natürlich ans Meer. Die kühle Brise genießen und entspannt den Horizont anstarren. Doch die Recherche war ernüchternd. Auf der nahegelegenen Izu-Halbinsel mit schönem Strand gab es kein erschwingliches Futon mehr für uns …

Okinawa, die südlichste Präfektur Japans und als japanisches Hawaii bekannt, war genauso verlockend. Plötzlich tauchte ein (Seminar-) Hotel der Versicherung der japanischen Post auf dem Bildschirm auf und unser Schnäppchen-Jager-Instinkt war geweckt. Ein paar Wochen später saßen wir im Flieger nach Okinawa und freuten uns auf Wellen & Wind und die legendäre Okinawa-Küche. Im Vorfeld hatte man uns vor Mückenplagen und großer Hitze gewarnt. Uns zudem auf die Unabdingbarkeit eines Autos hingewiesen. Doch wir sahen der „Gefahr“ tollkühn mit Anti-Mückenspray und extra Taxi-Geld ins Auge.

Unser Hotel lag in einem – sagen wir – Industriegebiet, aber vom Fenster aus konnte man das Meer zumindest sehen. Mobiliar aus den späten 80er Jahren und wirklich nichts für einen Mini-Honeymoon, aber dennoch … wir waren auf Okinawa! Noch ein schnelles Abendessen und ein anschließender Gang durch den konbini (24-Stunden-Mini-Supermarkt) um die lokalen Softdrinks und die Lupe zu nehmen … Ende Tag 1.

Tag 2 führte uns zum Strand! Der Weg zum Tropical Beach war leider weit und nur mit dem Bus zu bewältigen, aber von den Mückenplagen fehlte zum Glück jede Spur und auch die Hitze war weitaus erträglicher als in Tokio! Das Meer war klar und salzig, das erste kakigori (geschreddertes Wassereis mit Sirup), die Sonne brannte (und die Haut leider abends auch). Doch einfach mal in den Horizont starren, sich im Wasser treiben lassen, wunderbar! Abends dann bittere, frittierte goya (jap. Bittermelone), eingelegtes Schweinefleisch, … und für mich – wie fast immer – umeshu (Likör aus der Ume-Pflaume)! Dazu okinawanische Live-Musik – natürlich mit Synchron-Klatschen! Haha!

Am letzten Tag hatten wir uns eine kleine Bustour zum Churaumi Aquarium gebucht. Besuch der Touristen-Abzocke „Pineapple Park“ inklusive, aber mit direktem Shuttle-Service zum Flughafen. Walhaie und Co.! Toll! Kurz: schön. Auf Okinawa!