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Auf Regen folgt Sonne. Und Sonne …

Schwitzen für Anfänger oder wie ich den japanischen Sommer überlebe.
Er kam plötzlich und unerwartet, der japanische Sommer. Die Sau. Von einem Tag auf den anderen war jedes Gramm Stoff zu viel auf der Haut ein Gramm zu viel. Ich verstand endlich, warum die japanischen Waschmaschinen im Normalmodus nur circa 30 Minuten waschen, denn wenn man sowieso jeden zweiten oder gar jeden Tag waschen muss, wäre der deutsche zweistündige Schleudergang pure Ressourcenverschwendung.

Absoluter Vorteil des jap. Sommers: Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Wäsche innerhalb weniger Stunden trocken. Das Bügeln der Wäsche erspart man sich bei den legeren Kleidungsstücken einfach, denn tägliches Bügeln bei circa 30°C ist nicht nur anstrengend, sondern auch pure Zeitverschwendung. Das liebevoll gebügelte T-Shirt klebt sowieso bald wieder am transpirierenden Körper oder baumelt unter dem japanischen Wäschehänger.

Da man auch in Japan nicht gerne schwitzt und seit dem großen Erdbeben von 2011 Stromsparen wichtiger geworden ist, gibt es allerlei alte und neue Gadgets, um den Sommer zu überstehen.

Die klassischen vier Hilfsmittel sind ohne Frage: Der Fächer, von beiden Geschlechtern gleichermaßen eingesetzt. Das schicke Taschentuch zum Schweiß abwischen, der Sonnenhut und -schirm. Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl von Produkten, die Deutschen sicherlich unbekannter sind. Kühlende Sprays, die auf die Wäsche gesprüht werden und stundenlange Kühlung versprechen. Kühldecken fürs Bett, Erfrischungstücher mit oder ohne Deodorant und schlanke Schals, die mit Eiswürfeln gefüllt werden können.

Unverzichtbar ist auch ein Ventilator, denn die ständige Nutzung der Klimaanlage treibt nicht nur die Stromkosten in die Höhe, sondern verursacht auch ein leichtes Kratzen im Hals. Da die Mittagssonne unsere Wohnung bis zu 34°C aufheizt, geht es ganz ohne kuuraa (Klimaanlage) allerdings doch nicht. Also kuuraa an und aus. Und an und aus.

Die Spitzenwerte werden wahrscheinlich erst im August erreicht. Dann hilft sicherlich nur noch – wenn möglich –  ans Meer zu flüchten, ganz viel Eis zu essen. Oder den zirpenden Zikarden zu lauschen und zur inneren Erfrischen hanabi (Feuerwerk) anzusehen! Aber ich bin einigermaßen gewappnet! Mit Eisschal, Sonnenschirm und Co.!

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Japan und seine vielen Gesichter.

Character- und Maskottchen-Design.
In Japan gibt es Maskottchen oder Character (Figuren) für wirklich jede Lebenslage. Chiba-kun, das Maskottchen der Präfektur Chiba begleitet mich als Anhänger an meinem Schlüsselbund, ein feuerspeiender Junge auf der Verpackung von カラムーチョ (karamucho) warnt mich vor der sagenhaften Schärfe der frittierten Kartoffel-Sticks – jede Präfektur, jede Firma, fast jedes Produkt hat sein eigenes Maskottchen bzw. seinen eigenen Character.

„Kanaldeckel ist Kanaldeckel“, könnte man meinen, aber in Japan gibt es immer wieder liebevoll gestaltete Exemplare, die die Löschwasserquelle für die örtliche Feuerwehr markieren. Also besser nicht das Auto darüber abstellen!

In unserem Dorf „Ost-Matsubara“ gibt es einen kleinen Herrensalon. Auf jenglisch (japanisch-englisch) einen so genannten BAR BER. Komischer Weise schreiben die japanischen Her­ren­fri­seure das englische barber (dt. Friseur, Barbier) konsequent auseinander, obwohl der Begriff eigentlich zusammengeschrieben wird. BAR BER せりざわ (Serizawa) wirbt mit einem putzigen Schild schräg über seiner Ladentür. Die leicht energisch wirkende Scherenparade verspricht „Amenity & Elegance“ (dt. Anmut und Eleganz).

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Hallo. Hello. Moshi Moshi. Reloaded
Tokio: Trautes Heim, Glück allein. Home sweet Home. – Ein subjektiver Blick auf Japan und seine Einwohner aus der Perspektive einer jungen (uso*), frisch verheirateten, glücklichen, deutschen Zuwanderin. {*uso / Lüge, Flunkerei, Unwahrheit}