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Der Sentakuhanga.

30, 60, 90 vs. 0.
Wenn man neu in einem fremden Land wohnt, kann manches, was zu Hause selbstverständlich war anfangs ziemlich ungewöhnlich oder ungewohnt sein. Mein Lieblingsthema 2012 war das Wäschewaschen und bis heute habe ich mich noch nicht 100%ig daran gewöhnt. Wieso? Andere Länder, andere Waschgewohnheiten.

In Deutschland benutzt man Frontlader, in Japan Toplader. Hier wäscht man überwiegend mit kaltem Wasser, im alten Westen mit warmen. 30, 60, 90 Grad gibt es nicht. Zudem wäscht man(n) hier tendenziell alles zusammen, da man – auf die Woche gesehen – häufiger wäscht. Dazu kommt die kurze Laufzeit der Waschmaschine im Standardprogramm (circa 35 Minuten).

Getrocknet wird die Wäsche auf dem Balkon oder vor dem Fenster. Wäschekeller oder Dachböden zum Wäschetrocknen gibt es natürlich auch nicht. Manche Japaner waschen ihre Wäsche mit bereits benutztem Badewasser, wodurch jede Waschmaschine einen extra Schlauch für die Badewanne hat. Das finde ich aber sehr unhygienisch. Auch wenn man dem Wasser natürlich Chemikalien zu führen kann, die das Wasser für den Waschvorgang geeignet machen.

Da die Balkone natürlich auch sehr klein sind, hat sich irgendein findiger Japaner “Wäschehänger” ausgedacht. An diesem “Sentakuhanga” sind die Wascheklämmern schon befestigt, sodass man platzsparend relativ viele Kleidungsstücke oder Handtücher anklammern kann. Und falls das Wetter doch nicht mehr mitspielt, kann man den Sentakuhanga einfach schnell in die Wohnung hängen. Praktisch, aber anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da man einfach nicht soviel auf einmal waschen bzw. hängen kann.

Aber wir haben uns angefreudet, die japanische Wäschepraxis und ich.

Washing Day

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