Alle Artikel mit dem Schlagwort “japan

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Der Sentakuhanga.

30, 60, 90 vs. 0.
Wenn man neu in einem fremden Land wohnt, kann manches, was zu Hause selbstverständlich war anfangs ziemlich ungewöhnlich oder ungewohnt sein. Mein Lieblingsthema 2012 war das Wäschewaschen und bis heute habe ich mich noch nicht 100%ig daran gewöhnt. Wieso? Andere Länder, andere Waschgewohnheiten.

In Deutschland benutzt man Frontlader, in Japan Toplader. Hier wäscht man überwiegend mit kaltem Wasser, im alten Westen mit warmen. 30, 60, 90 Grad gibt es nicht. Zudem wäscht man(n) hier tendenziell alles zusammen, da man – auf die Woche gesehen – häufiger wäscht. Dazu kommt die kurze Laufzeit der Waschmaschine im Standardprogramm (circa 35 Minuten).

Getrocknet wird die Wäsche auf dem Balkon oder vor dem Fenster. Wäschekeller oder Dachböden zum Wäschetrocknen gibt es natürlich auch nicht. Manche Japaner waschen ihre Wäsche mit bereits benutztem Badewasser, wodurch jede Waschmaschine einen extra Schlauch für die Badewanne hat. Das finde ich aber sehr unhygienisch. Auch wenn man dem Wasser natürlich Chemikalien zu führen kann, die das Wasser für den Waschvorgang geeignet machen.

Da die Balkone natürlich auch sehr klein sind, hat sich irgendein findiger Japaner “Wäschehänger” ausgedacht. An diesem “Sentakuhanga” sind die Wascheklämmern schon befestigt, sodass man platzsparend relativ viele Kleidungsstücke oder Handtücher anklammern kann. Und falls das Wetter doch nicht mehr mitspielt, kann man den Sentakuhanga einfach schnell in die Wohnung hängen. Praktisch, aber anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da man einfach nicht soviel auf einmal waschen bzw. hängen kann.

Aber wir haben uns angefreudet, die japanische Wäschepraxis und ich.

Washing Day

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It’s a small world.

Ein Ausflug nach Tokyo Disney Sea.
Vor kurzem kam H. von der Arbeit nach Hause und erzählte, dass seine Krankenversicherung Karten für das Tokyo Disney Resort zum vergünstigten Preis anbieten würde. Ob ich nicht Lust hätte mit ihm einen Ausflug nach Chiba – dort befindet sich nämlich in Wirklichkeit das Gelände und nicht in Tokio – zu machen. Natürlich gerne!

Als Teenager waren meine Mutter, meine Patentante und ich im Disneyland Paris, doch da dieser Ausflug schon Jahrzehnte zurückliegt, sind wir gestern zu Tokyo DisneySea gefahren. Wir und circa 29.000 andere Besucher. Leider waren diese 29.000 anderen Besucher schon vor uns im Park, sodass man Wartenzeiten von bis zu 120 Minuten an den Attraktionen einrechnen musste. Allerdings gab uns ein Mitarbeiter den Tipp nach 20 Uhr würde es im Park etwas leeren und die Wartenzeiten somit kürzer. Und so war es dann auch …

Doch zunächst machten wir eine ganz entspannte „U-Bootfahrt“ (20.000 Leagues Under the Sea), fuhren mit der Fisch Achterbahn (Flouder’s Flying Fish Coaster) in der Arielle-Welt, stärkten uns mit mittelmässigen Sandwiches und tuckerten mit einer Straßenbahn durch den Park. Dann wurde es allerdings erheblich erwachsener: Aquatopia-Bötchen wirbelten uns durch, die Indianer Jones Achterbahn war auch nicht ohne, aber der absolute Horror war nicht der „Tower of Terror“, den wir nicht besucht haben, sondern eine Achterbahn mit dem Namen „Journey to the Center of the Earth“.

Eigentlich wollte ich um 20.30 Uhr nach Hause, aber H. meinte wir könnten uns doch noch einmal 50 Minuten anstellen. Aus den 50 Minuten wurden dann 120 Minuten bevor wir angeschnallt zum Zentrum der Erde losfuhren. Erst dachte ich noch, wie öde diese Bahn doch ist, aber dann stürzte unser Wagen (gewollt) in die Tiefe und sofort wieder in die Höhe. Der absolute Wahnsinn und ich war froh, dass dieser Sturz das Finale unserer Fahrt und unseres Tages war.

Besonders lecker fand ich übrigens das Disney Popcorn, welches es in unzähligen Geschmacksrichtungen von Curry bis Soda gab. Da hätte ich gerne jede Sorte probiert. Na, beim nächsten Mal!

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Auf Regen folgt Sonne. Und Sonne …

Schwitzen für Anfänger oder wie ich den japanischen Sommer überlebe.
Er kam plötzlich und unerwartet, der japanische Sommer. Die Sau. Von einem Tag auf den anderen war jedes Gramm Stoff zu viel auf der Haut ein Gramm zu viel. Ich verstand endlich, warum die japanischen Waschmaschinen im Normalmodus nur circa 30 Minuten waschen, denn wenn man sowieso jeden zweiten oder gar jeden Tag waschen muss, wäre der deutsche zweistündige Schleudergang pure Ressourcenverschwendung.

Absoluter Vorteil des jap. Sommers: Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Wäsche innerhalb weniger Stunden trocken. Das Bügeln der Wäsche erspart man sich bei den legeren Kleidungsstücken einfach, denn tägliches Bügeln bei circa 30°C ist nicht nur anstrengend, sondern auch pure Zeitverschwendung. Das liebevoll gebügelte T-Shirt klebt sowieso bald wieder am transpirierenden Körper oder baumelt unter dem japanischen Wäschehänger.

Da man auch in Japan nicht gerne schwitzt und seit dem großen Erdbeben von 2011 Stromsparen wichtiger geworden ist, gibt es allerlei alte und neue Gadgets, um den Sommer zu überstehen.

Die klassischen vier Hilfsmittel sind ohne Frage: Der Fächer, von beiden Geschlechtern gleichermaßen eingesetzt. Das schicke Taschentuch zum Schweiß abwischen, der Sonnenhut und -schirm. Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl von Produkten, die Deutschen sicherlich unbekannter sind. Kühlende Sprays, die auf die Wäsche gesprüht werden und stundenlange Kühlung versprechen. Kühldecken fürs Bett, Erfrischungstücher mit oder ohne Deodorant und schlanke Schals, die mit Eiswürfeln gefüllt werden können.

Unverzichtbar ist auch ein Ventilator, denn die ständige Nutzung der Klimaanlage treibt nicht nur die Stromkosten in die Höhe, sondern verursacht auch ein leichtes Kratzen im Hals. Da die Mittagssonne unsere Wohnung bis zu 34°C aufheizt, geht es ganz ohne kuuraa (Klimaanlage) allerdings doch nicht. Also kuuraa an und aus. Und an und aus.

Die Spitzenwerte werden wahrscheinlich erst im August erreicht. Dann hilft sicherlich nur noch – wenn möglich –  ans Meer zu flüchten, ganz viel Eis zu essen. Oder den zirpenden Zikarden zu lauschen und zur inneren Erfrischen hanabi (Feuerwerk) anzusehen! Aber ich bin einigermaßen gewappnet! Mit Eisschal, Sonnenschirm und Co.!

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Japan und seine vielen Gesichter.

Character- und Maskottchen-Design.
In Japan gibt es Maskottchen oder Character (Figuren) für wirklich jede Lebenslage. Chiba-kun, das Maskottchen der Präfektur Chiba begleitet mich als Anhänger an meinem Schlüsselbund, ein feuerspeiender Junge auf der Verpackung von カラムーチョ (karamucho) warnt mich vor der sagenhaften Schärfe der frittierten Kartoffel-Sticks – jede Präfektur, jede Firma, fast jedes Produkt hat sein eigenes Maskottchen bzw. seinen eigenen Character.

„Kanaldeckel ist Kanaldeckel“, könnte man meinen, aber in Japan gibt es immer wieder liebevoll gestaltete Exemplare, die die Löschwasserquelle für die örtliche Feuerwehr markieren. Also besser nicht das Auto darüber abstellen!

In unserem Dorf „Ost-Matsubara“ gibt es einen kleinen Herrensalon. Auf jenglisch (japanisch-englisch) einen so genannten BAR BER. Komischer Weise schreiben die japanischen Her­ren­fri­seure das englische barber (dt. Friseur, Barbier) konsequent auseinander, obwohl der Begriff eigentlich zusammengeschrieben wird. BAR BER せりざわ (Serizawa) wirbt mit einem putzigen Schild schräg über seiner Ladentür. Die leicht energisch wirkende Scherenparade verspricht „Amenity & Elegance“ (dt. Anmut und Eleganz).

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Since 2012.

Hallo. Hello. Moshi Moshi. Reloaded
Tokio: Trautes Heim, Glück allein. Home sweet Home. – Ein subjektiver Blick auf Japan und seine Einwohner aus der Perspektive einer jungen (uso*), frisch verheirateten, glücklichen, deutschen Zuwanderin. {*uso / Lüge, Flunkerei, Unwahrheit}