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Feuerwerk Conbini-Style.

Hanabi-Schau von den Schienen der Setagaya Line.
Eigentlich hatten Naoko-san und ich vor an diesem Wochenende ein Feuerwerk in Kanagawa-ken zu besuchen. Da uns allerdings beide diese Woche die Sommergrippe erwischt hat, haben wir diesen Plan leider begraben müssen. Dazu kommt, dass ich auch immer noch keinen Yukata (dünnen Sommmer-Kimono) gefunden habe, der mir a) gefällt, b) steht und c) noch einigermaßen bezahlbar ist. In einem solchen sieht man sich nämlich üblicherweise das Feuerwerk an.

Als H. und ich am Abend zu Hause auf dem Sofa vor dem Fernseher saßen, hörten wir immer wieder ein leichtes Knallen. Ich dachte zunächst an ein Gewitter doch H. meinte ohne langes Zögern: Hanabi (Feuerwerk). Da die Sommergrippe sich immer mehr verflüchtigt und die kühle Luft lockte, sind H. und ich tatsächlich noch Draußen gelaufen, um das Feuerwerk zu suchen. Sehen konnten wir es nämlich zunächst leider nicht. Erst als wir den Bahnhof von Yamashita erreichten, konnten wir schon von weitem das Feuerwerk und ein paar Duzend Bewunderer auf den Gleisen der Setagaya Line sehen.

Dann folgte: Immer wenn die Bahnschranken nach Oben gingen, rauf auf die Gleise und das Feuerwerk ansehen. Beim Klingelton runter von den Gleisen und den Zug vorbei tuckern lassen. Für mich ein kleines o-matsuri (Fest), da alle eine Menge Spaß hatten und das Feuerwerk gebührend mit “Oh, Ah & Eh” kommentierten.

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In der Sommerhitze.

Tokyo, 32°C im Schatten.
Sommer, Hitze, … Hama-rikyu Garten – heute waren Kyoko-san, ihre Tochter und ich im Hama-rikyu Garten unterwegs. Seit einiger Zeit lernen Kyoko-san und ich zusammen Deutsch bzw. Japanisch und verbinden unsere Treffen immer mit einem kleinen Ausflug in die Stadt. Da mich japanische Gärten faszinieren waren wir heute im besagten Hama-rikyu Garten, einem Garten aus der Edo-Zeit.

Dank der Nähe zur Tokio Bay und verschiedenen Flüssen weht durch den Garten immer eine leichte, frische Brise, die die anhaltende Sommerhitze erträglicher macht. – Im Sommer begrüßt man sich in Japan übrigens oft mit “atsui” (heiß), anstatt mit “konnichiwa” (Guten Tag). Hehe!

Blumen sucht man im heißen August im Garten fast vergeblich. Dafür stehen im Garten viele matsu (Pinien). Da wir in Matsubara wohnen ist mir die Form der Pinie bzw. ihre grafische Übertragung besonders ans Herz gewachsen.

Anschließend ging es mit dem “Waterbus” bis nach Asakusa! Auch hier wehte auf dem Schiff eine steife Brise! Wie angenehm und entspannend!!

Ein wirklich schöner Vormittag im Herzen der Stadt der Hektik und geordnetem Choas.
Vokabel des Tages: chika, Untergrund

BBQ.

Grillen im Schatten der Tokyu Toyoko Line.
Am letzten Wochenende waren H. und ich eingeladen an einem japanischen Barbecue teilzunehmen. Seine Amateur-Ü40-Fussballmannschaft traf sich um 11 Uhr im Shin-Maruko Bahnhof, um dann gemeinsam den nächsten Supermarkt zu stürmen und alles für das BBQ einzukaufen. Schon einen Tag vorher hatte die “doitsu-san” – sprich ich – auf Wunsch von Saito-san 30 Nürnberger Würstchen in einem Supermarkt in Shibuya besorgt. Die japanischen Teilnehmer kauften außer Getränken dann lieber noch Rindfleisch, Geflügelfleisch, Bacon, Würstchen am Stiel, gemischtes Gemüse und alle Zutaten für Yaki-Soba (gebratene Nudeln). Also wider Erwarten keinen Fisch. Abgesehen von ein paar Jacobsmuscheln.

Am angemieteten Grillplatz unter einer Bahnbrücke der Tokyu Toyoko Line angekommen, würde nicht lange gefackelt, sondern sofort gegrillt. Denn: Praktischerweise hatten wir direkt einen Platz mit Möbeln und Grill angemietet. Wir und geschätzte fünf andere Gruppen. Damit hatte ich im Vorfeld natürlich mal wieder nicht gerechnet. – An die Tatsache, dass man im Ballungsgebiet Tokyo nur sehr, sehr, sehr selten alleine ist, vergesse ich einfach immer wieder.

Dennoch: Sonne, frische Brise, Grillen!! Und obwohl sämtliche Marianden fehlten, schmeckte alles erstaunlich gut. Besonders die Speck-Reis-Sushi, anders kann ich es nicht beschreiben, einer anderen Spielerfrau.

Letzten Endes wurde das BBQ nach 5 Stunden mit den obligatorischen Yaki-Soba und durch eine aufkommenden Schlechtwetterfront beendet.

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48 Stunden Okinawa.

Shisa, goya und sanshin – Okinawa für Anfänger.
Mitte Juni packte uns in der alltäglichen Tokioter Sommerhitze das Reisefieber. Endlich mal wieder ein Kurztrip! Den Alltag vergessen. Doch die (Frei-) Zeit war knapp und das Budget eher klein. Wohin also? Natürlich ans Meer. Die kühle Brise genießen und entspannt den Horizont anstarren. Doch die Recherche war ernüchternd. Auf der nahegelegenen Izu-Halbinsel mit schönem Strand gab es kein erschwingliches Futon mehr für uns …

Okinawa, die südlichste Präfektur Japans und als japanisches Hawaii bekannt, war genauso verlockend. Plötzlich tauchte ein (Seminar-) Hotel der Versicherung der japanischen Post auf dem Bildschirm auf und unser Schnäppchen-Jager-Instinkt war geweckt. Ein paar Wochen später saßen wir im Flieger nach Okinawa und freuten uns auf Wellen & Wind und die legendäre Okinawa-Küche. Im Vorfeld hatte man uns vor Mückenplagen und großer Hitze gewarnt. Uns zudem auf die Unabdingbarkeit eines Autos hingewiesen. Doch wir sahen der „Gefahr“ tollkühn mit Anti-Mückenspray und extra Taxi-Geld ins Auge.

Unser Hotel lag in einem – sagen wir – Industriegebiet, aber vom Fenster aus konnte man das Meer zumindest sehen. Mobiliar aus den späten 80er Jahren und wirklich nichts für einen Mini-Honeymoon, aber dennoch … wir waren auf Okinawa! Noch ein schnelles Abendessen und ein anschließender Gang durch den konbini (24-Stunden-Mini-Supermarkt) um die lokalen Softdrinks und die Lupe zu nehmen … Ende Tag 1.

Tag 2 führte uns zum Strand! Der Weg zum Tropical Beach war leider weit und nur mit dem Bus zu bewältigen, aber von den Mückenplagen fehlte zum Glück jede Spur und auch die Hitze war weitaus erträglicher als in Tokio! Das Meer war klar und salzig, das erste kakigori (geschreddertes Wassereis mit Sirup), die Sonne brannte (und die Haut leider abends auch). Doch einfach mal in den Horizont starren, sich im Wasser treiben lassen, wunderbar! Abends dann bittere, frittierte goya (jap. Bittermelone), eingelegtes Schweinefleisch, … und für mich – wie fast immer – umeshu (Likör aus der Ume-Pflaume)! Dazu okinawanische Live-Musik – natürlich mit Synchron-Klatschen! Haha!

Am letzten Tag hatten wir uns eine kleine Bustour zum Churaumi Aquarium gebucht. Besuch der Touristen-Abzocke „Pineapple Park“ inklusive, aber mit direktem Shuttle-Service zum Flughafen. Walhaie und Co.! Toll! Kurz: schön. Auf Okinawa!

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Auf Regen folgt Sonne. Und Sonne …

Schwitzen für Anfänger oder wie ich den japanischen Sommer überlebe.
Er kam plötzlich und unerwartet, der japanische Sommer. Die Sau. Von einem Tag auf den anderen war jedes Gramm Stoff zu viel auf der Haut ein Gramm zu viel. Ich verstand endlich, warum die japanischen Waschmaschinen im Normalmodus nur circa 30 Minuten waschen, denn wenn man sowieso jeden zweiten oder gar jeden Tag waschen muss, wäre der deutsche zweistündige Schleudergang pure Ressourcenverschwendung.

Absoluter Vorteil des jap. Sommers: Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Wäsche innerhalb weniger Stunden trocken. Das Bügeln der Wäsche erspart man sich bei den legeren Kleidungsstücken einfach, denn tägliches Bügeln bei circa 30°C ist nicht nur anstrengend, sondern auch pure Zeitverschwendung. Das liebevoll gebügelte T-Shirt klebt sowieso bald wieder am transpirierenden Körper oder baumelt unter dem japanischen Wäschehänger.

Da man auch in Japan nicht gerne schwitzt und seit dem großen Erdbeben von 2011 Stromsparen wichtiger geworden ist, gibt es allerlei alte und neue Gadgets, um den Sommer zu überstehen.

Die klassischen vier Hilfsmittel sind ohne Frage: Der Fächer, von beiden Geschlechtern gleichermaßen eingesetzt. Das schicke Taschentuch zum Schweiß abwischen, der Sonnenhut und -schirm. Daneben gibt es aber auch eine Vielzahl von Produkten, die Deutschen sicherlich unbekannter sind. Kühlende Sprays, die auf die Wäsche gesprüht werden und stundenlange Kühlung versprechen. Kühldecken fürs Bett, Erfrischungstücher mit oder ohne Deodorant und schlanke Schals, die mit Eiswürfeln gefüllt werden können.

Unverzichtbar ist auch ein Ventilator, denn die ständige Nutzung der Klimaanlage treibt nicht nur die Stromkosten in die Höhe, sondern verursacht auch ein leichtes Kratzen im Hals. Da die Mittagssonne unsere Wohnung bis zu 34°C aufheizt, geht es ganz ohne kuuraa (Klimaanlage) allerdings doch nicht. Also kuuraa an und aus. Und an und aus.

Die Spitzenwerte werden wahrscheinlich erst im August erreicht. Dann hilft sicherlich nur noch – wenn möglich –  ans Meer zu flüchten, ganz viel Eis zu essen. Oder den zirpenden Zikarden zu lauschen und zur inneren Erfrischen hanabi (Feuerwerk) anzusehen! Aber ich bin einigermaßen gewappnet! Mit Eisschal, Sonnenschirm und Co.!